AK Unterrichtsqualität im Schuljahr 2020/2021

Die pandemiebedingte Schließung der Schulen brachte in diesem Schuljahr ein ganzes Bündel an Herausforderungen mit sich: Wie kann digitaler Unterricht so gestaltet werden, dass er möglichst motivierend und anregend ist? Wie gelingt es auch ohne persönliche Begegnung im Klassenzimmer, alle Schüler*innen anzusprechen und zum Kompetenzerwerb anzuregen? Wie sieht eigentlich eine gelungene Präsentation aus? Und wie kann es uns gelingen, pandemiebedingte Lücken zu schließen und alle Schüler*innen bestmöglich zu fördern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Arbeitskreis Unterrichtsqualität im Schuljahr 2020/2021.

Zu Beginn des Schuljahres 2020/2021, als die Infektionslage noch optimistisch stimmte, stand die rasche Schließung von Lernlücken aus dem vergangenen Frühjahr im Vordergrund. Durch Einsparungen im Bereich des Wahlunterrichts, durch Umwidmung von Stunden und durch das große Engagement des Kollegiums konnten in den meisten Jahrgangsstufen Förderseminare angeboten werden. Insgesamt besuchten im ersten Halbjahr 252 Schüler*innen entsprechende Angebote in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein, Französisch, Chemie und Deutsch als Zweitsprache.
Nachdem spätestens ab Dezember absehbar war, dass auch das Schuljahr 2020/2021 durch Schulschließungen und Distanzunterricht geprägt sein würde, wurden auch im zweiten Halbjahr des Schuljahres Maßnahmen zur individuellen Förderung angeboten, um Chancengerechtigkeit herzustellen und Lücken zu schließen.
Im Mittelpunkt der Förderung standen dabei die Jahrgangsstufen 5 als Einsteigerklasse in das Gymnasium und die Jahrgangsstufe 9 als letzter Jahrgang des achtjährigen Gymnasiums. Für alle anderen Jahrgangsstufen wurde mit dem Sprechstundenmodell eine flexible und sehr individuelle Möglichkeit geschaffen, Lerninhalte erklärt zu bekommen und Hilfestellungen zu erhalten. Die Sprechstunden wurden in digitaler Form über MS Teams angeboten. Es war keine Anmeldung für das gesamte Halbjahr notwendig, ganz im Gegenteil konnte die Sprechstunde beim Auftreten von Schwierigkeiten von Schüler*innen aller Jahrgangsstufen und Leistungsstärken genutzt werden. Die Erfahrungen mit den Fördersprechstunden waren durchweg positiv, so dass das Modell auch für die Zukunft etabliert werden soll.
In Jahrgangsstufe 5 konnte klassischer Förderunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch angeboten werden, den 57 von 125 Schüler*innen des Jahrgangs besuchten.
In Jgst. 9 gab es pro Klasse eine zusätzliche Lehrkraft, die die Schüler*innen begleitete. Zu dieser Begleitung gehörten Absprachen mit den Klassenleitungen und Fachlehrkräften, Gespräche mit leistungsschwachen Schüler*innen sowie die Vermittlung an Fachsprechstunden. Inhalte
dieses Coachings waren außerdem Hilfen beim Lernen, Tipps zur Arbeitsorganisation und die Motivation der Schüler*innen.
Ergänzt wurde die individuelle Förderung durch Angebote der Sprachbegleitung und Deutsch als Zweitsprache. Neben der Förderung der Schüler*innen stand in diesem Schuljahr die Gestaltung digitalen Unterrichts im Mittelpunkt der Bemühungen des Arbeitskreises Unterrichtsqualität.
Auch das Distanzlernen muss natürlich Lust auf Bildung machen, Kompetenzerwerb ermöglichen und die Kinder und Jugendlichen zum selbstorganisierten Lernen anregen. Die Mitglieder des Arbeitskreises sammelten und diskutierten deshalb Lernaufgaben unterschiedlicher Fächer,
um ein Kompendium vorbildlicher kompetenzorientierter Aufgaben zu erstellen, die schüler- und handlungsorientiert sind, offene Lösungswege zulassen, Binnendifferenzierung ermöglichen und einen echten Realitätsbezug aufweisen.

Außerdem erarbeitete der AK UQ ausführliche Hinweise zur Gestaltung von Präsentationen und für eine schülerorientierte Umsetzung digitalen Unterrichts, die dem Kollegium direkt mit der Schließung der Schule im Dezember zur Verfügung gestellt werden konnten und die hoffentlich eine wertvolle Hilfe waren. Ebenfalls als Unterstützung gedacht war eine erstellte Übersicht bewährter und erprobter digitaler Tools, die einen pädagogischen Mehrwert aufweisen und dazu beitragen können, den Distanzunterricht abwechslungsreicher und bunter zu machen. Viele dieser Anregungen können und werden auch Eingang in den Präsenzunterricht finden, so dass digitale Elemente an den Stellen, an denen sie pädagogisch sinnvoll sind, das Lernen erleichtern oder neue Zugänge schaffen, die Unterrichtsqualität insgesamt steigern.
Besonders einfach umzusetzen und in den Unterricht vor Ort zu überführen, ist dies natürlich in den Klassen mit Digital unterstütztem Unterricht (DiguU). Die lange Phase des Distanzlernens, der geübte Umgang mit digitalen Tools, Videokonferenzen und v. a. MS Teams, die hohe Zahl an Fortbildungen des Kollegiums und die in den letzten Monaten gestiegene Selbstständigkeit der Schüler*innen haben die Rahmenbedingungen von Schule verändert. Deshalb wurde im AK UQ intensiv die Frage diskutiert, ob Klassen mit Digital unterstütztem Unterricht noch zeitgemäß sind, oder ob nicht alle Schüler*innen ganz selbstverständlich auch weiterhin digitale Medien und Möglichkeiten als Ergänzung und Bereicherung des herkömmlichen Unterrichts nutzen sollten. Die Mitglieder des Arbeitskreises erstellten diesbezüglich eine Übersicht aller Vorteile, aber auch der Herausforderungen, die als Diskussionsgrundlage innerhalb des Kollegiums diente.

Obwohl die Pandemie die ursprünglich geplante Agenda für das Schuljahr umschmiss, neue Themen bearbeitet werden mussten und die Zusammenkünfte des Arbeitskreises zeitweise nur digital möglich waren, konnten auch im Schuljahr 2020/2021 einige Entwicklungen angestoßen werden, die helfen, die Freude am Lehren und Lernen zu steigern.