GAPP-Austauschprogramme

Das KAG schätzt sich glücklich, seit mehreren Jahren sehr erfolgreiche Schulpartnerschaften mit zwei high schools in sowohl landschaftlich als auch historisch-kultureller Hinsicht äußerst attraktiven Regionen der USA zu unterhalten. Daher findet im jährlichen Wechsel ein Schüleraustausch mit der Novi High School (Michigan) und der Lexington High School (Massachusetts) statt.

Zielgruppe: Schüler*innen der 9./10. Jahrgangsstufe

Ziele: Erwerb von interkulturellen und persönlichkeitsbezogenen Kompetenzen sowie von social skills, Verbessern der Sprachkompetenz durch aktive Teilnahme am Familien- und Schulleben in den USA sowie Projektarbeit

Ansprechpartnerinnen: Susanne Falkenstein und Sarah Leeb (GAPP-Koordinatorinnen)

Allgemeine Informationen zu GAPP sind hier zu finden.

Austausch mit Novi, Michigan im Schuljahr 2019/2020

Am letzten Freitag der Sommerferien starteten 24 Schüler*innen des KAG mit ihren beiden Begleitlehrkräften Susanne Falkenstein und Alexander Korfhage in ein 17-tägiges Abenteuer ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der mittlerweile sechste Schüleraustausch unseres Gymnasiums mit der Novi High School (NHS) in der Nähe von Detroit, Michigan, sollte – nicht zuletzt dank der Unterstützung von GAPP (German-American-Partnership-Program) für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung von unschätzbarem Wert werden.

Der Abschied am Münchener Flughafen fiel dem ein oder anderen noch sichtlich schwer, doch als wir nach einer Vielzahl an Sicherheitskontrollen – wie üblich bei Reisen in die USA – im Flugzeug saßen, wichen auch die letzten wehmütigen Gedanken schnell der Aufregung und Vorfreude auf eine horizonterweiternde Erfahrung. Wie wird mich meine Gastfamilie aufnehmen? Reichen meine Englischkenntnisse aus, um alleine klarzukommen? Schaffe ich es, mich gegenüber den Amerikaner*innen zu öffnen? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die den meisten von uns während des Fluges durch den Kopf gingen.

In Detroit angekommen, ging dann alles plötzlich ganz schnell. Der Empfang der Gastfamilien war so herzlich und vereinnahmend, dass kaum noch Zeit blieb einander einen guten Start zu wünschen. Und dann ging es auch schon los mit den Eindrücken: Das Tastefest, ein Food Festival inklusive Ame-rican Footballspiel, an der Novi High School (NHS) bildete den Start in eine unvergessliche Zeit. Nach dem ersten Wochenende, an dem bereits tolle Ausflüge mit den Gastfamilien unternommen wurden, begleiteten wir ab Montag zwei Wochen lang unsere Austauschpartner*innen in den Unterricht. Auf diese Weise durften wir das amerikanische Schulsystem hautnah erleben. Neben dem Schulalltag gab es noch zahlreiche Zusatzprojekte, wie z.B. die Besichtigung der Novi Fire Station, unser Wochenend-ausflug zu den Sleeping Bear Dunes am Lake Michigan sowie eine geführte Tour durch das berühmte Motown Museum in Detroit. Letzteres war Teil unseres Musik-Projekts, welches den interkulturellen Austausch intensivierte. Dabei wurde unter anderem ein original Motown-Song (The Temptations – My Girl) einstudiert und gemeinsam mit Orchester und Chor der NHS gesungen. Weiterhin versuchten wir uns durch das Halten von Referaten über bayerische und deutsche Kultur als Botschafter*innen unseres Landes. Dies war sowohl für die amerikanischen Schüler*innen, als auch für uns sehr gewinnbringend.

Abgesehen von der schieren Größe der Schule beeindruckten uns insbesondere die tollen Sportanlagen (inklusive Schwimmbad, zwölf Tennisplätzen und eigenem Fitnessstudio) sowie die Wahlmöglichkeiten bei den Unterrichtsfächern (man kann z. B. in einer Autowerkstatt arbeiten oder in einem TV-Studio selbst als Nachrichtensprecher fungieren). Natürlich fielen uns auch einige Dinge auf, die für uns erstmal gewöhnungsbedürftig waren. So gibt es an der NHS keine Handyregelung, was dazu führt, dass das Smartphone auch während des Unterrichts teilweise exzessiv benutzt wird. Auch unser – unter anderem durch die Fridays-for-Future-Bewegung geschaffenes – Umweltbewusstsein wurde bei der Benutzung von Plastikgeschirr und -besteck in der Mensa oder bei Größe, Verbrauch und Nutzung der Autos in Michigan durchaus auf die Probe gestellt. Doch dank der fast einjährigen Vorbereitung im Rahmen des Wahlkurses von Frau Falkenstein gelang es uns, auch schwierigen Situationen mit der richtigen Einstellung entgegenzutreten. Es ist unbeschreiblich wertvoll so intensiv in eine andere Kultur eintauchen zu können. Egal ob die Erfahrungen atemberaubend schön oder eher herausfordernd waren, sie waren in jedem Fall bereichernd für unser weiteres Leben! Dass während des Aufenthalts auch echte Freundschaften entstanden, zeigte sich bei der Verabschiedung unserer Austauschpartner*innen, bei der doch die ein oder andere Träne vergossen wurde.

Vor dem Rückflug hatten wir noch Gelegenheit die Weltstadt Chicago zu besichtigen. Da viele von uns noch nie in einer Stadt von solchen Dimensionen waren, stellte dieser Besuch auf jeden Fall ein weiteres Highlight unseres Austausches dar. Und so fielen wir am Mittwoch, den 25. September 2019, nach unserer Ankunft in München unseren Familien in die Arme. Im Gepäck eine gehörige Portion Lebenserfahrung, Weltoffenheit, Toleranz, Kompromissbereitschaft, Teamfähigkeit, Selbstvertrauen, Reflexionsfähigkeit und Unabhängigkeit!

Austausch mit Lexington im Schuljahr 2018/2019

Von 13. bis 31. Oktober 2018 machten sich 18 Schüler*innen des KAG im Rahmen des German-American-Partnership-Programs (GAPP) auf nach Lexington, wo sich eine unserer beiden amerikanischen Partnerschulen befindet. Begleitet wurde die Schülergruppe von ihren Lehrkräften Sarah Leeb und Johannes Neumeyer.

Die Schüler*innen berichten im Folgenden von ihren Erfahrungen und Erlebnissen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten:

Direkt nach unserer Ankunft Am Flughafen von Boston, Massachusetts, wurden wir herzlichst von unseren Austauschfamilien mit Plakaten und Umarmungen begrüßt. So fühlten sich alle sofort wohl und verstanden sich von Anfang an sehr gut mit ihren Partnern.  Nachdem wir den darauffolgenden Sonntag in unseren Gastfamilien verbracht hatten, stand am nächsten Tag gleich der erste Schultag auf dem Programm. Wir waren alle sehr gespannt auf das Schulleben an der Lexington High School, in das wir zwei Wochen lang eintauchen durften. Das amerikanische Schulsystem ist komplett anders im Vergleich zum Deutschen, was sehr interessant war. Neben dem Schulbesuch standen aber natürlich auch Ausflüge in die nähere Umgebung an, da es sich um eine sehr geschichtsträchtige Region handelt. So führte uns ein Ausflug nach Boston, wo uns eine Schauspielerin auf sehr interessante und unterhaltsame Art durch den berühmten freedom trail führte. Anschließend empfing uns noch state representative J. Kaufman im Massachusetts state house und nahm sich viel Zeit, auf unsere Fragen zu antworten. So erfuhren wir nicht nur viel über Trump und die aktuelle Tagespolitik in den USA, sondern auch über ihn selbst und seine politische Karriere.

So verging die erste Woche wie im Flug, und am Freitag ging es dann nach dem Schulbesuch auf nach New Bedford, wo wir das whaling museum besichtigten, was die meisten interessanter fanden als gedacht. Dort haben wir nicht nur viel über Wale selbst gelernt, sondern auch, wie früher Wale gefangen wurden, und wie die Walfänger auf dem Schiff lebten.  Am Wochenende haben wir es dann genossen, Zeit mit unseren jeweiligen Familien zu verbringen. Ein paar von uns waren zusammen mit unseren Austauschpartnern bei einem Footballspiel der Lexington High School. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie alle Schülerinnen und Schüler ihr Team angefeuert haben. Andere machten Ausflüge nach Boston oder Cape Cod, vergnügten sich beim apple picking oder pumpkin carving.

Dann starteten wir auch schon wieder in unsere zweite Schulwoche an der Lexington High School, an der wir uns nun schon wie zu Hause fühlten. Wir waren nicht nur von der Mensa, sondern auch von der Offenheit und Freundlichkeit der amerikanischen Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte begeistert, und auch einige Unterrichtsstunden haben uns sehr gefallen, z.B. ein Rap-Vortrag in der Geschichtsstunde, die movie- oder auch die health class. Auch in der zweiten Schulwoche ging es noch einmal nach Boston, zum Paul-Revere-House, einem Museum zu der historischen Person Paul Revere, der den bekannten Midnight Ride vollbracht hat und somit die amerikanische Revolution eingeleitet hat. Anschließend besichtigten wir das berühmte MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge, durch das uns ein ehemaliger grad-student führte.

Zum Abschluss unserer Zeit in Lexington, die leider viel zu schnell vergangen war, veranstalteten wir am Freitag einen bayerisch-amerikanischen Abend, bei dem alle deutschen und amerikanischen Austauschpartner mit ihren Familien eingeladen waren und noch einmal die letzten zwei Wochen Revue passieren ließen und die letzten gemeinsamen Stunden genießen konnten.

 Am darauffolgenden Sonntag stand dann auch schon unsere Abreise Richtung New York an. Trotz des schweren Abschieds waren wir alle sehr gespannt auf New York und konnten es kaum erwarten, die Stadt zu erkunden. In unseren drei Tagen in New York besichtigten wir zahlreiche atemberaubende Sehenswürdigkeiten wie den Times Square, die Freiheitsstatue, das Rockefeller Center, die Brooklyn Bridge, das Museum für Moderne Kunst (MoMA), den Central Park und auch die ergreifenden Denkmale am „Ground Zero“. Durch all diese einmaligen Eindrücke konnten wir uns ein sehr gutes Bild von New York machen und diese ganz besondere Stimmung in uns aufsaugen.

Im Rückblick auf diesen Austausch lässt sich sagen, dass wir alle wundervolle Erfahrungen gemacht haben. Wir konnten ein neues, sehr schönes Land, dessen Kultur und Alltagsleben kennenlernen und wirklich hautnah erleben konnten, so, wie es als Tourist nie möglich gewesen wäre. Zudem haben wir unheimlich viele neue Leute kennengelernt, Freundschaften geknüpft, unser Englisch enorm verbessert, … Wir hatten einfach eine einmalige und besondere Zeit, auf die wir noch ein Leben lang dankbar und glücklich zurückblicken werden.

Austausch mit Novi im Schuljahr 2017/2018

Am Donnerstag, den 7. September 2017, war es endlich so weit: Um 4.00 Uhr morgens trafen wir uns am Flughafen München, um ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufzubrechen. Nach dem zehnstündigen Flug wurden wir herzlich von unseren Gastfamilien begrüßt und gleich mit einer Willkommensparty überrascht. Am nächsten Tag ging es dann auch gleich schon an die High School. Die Novi High School, das komplette Schulgelände und insbesondere die Sportanlagen sind sehr viel
größer als wir es von Deutschland kennen, was uns sehr beeindruckte. Mit der schuleigenen Radio- und TV-Station, dem Kindergarten, Fitnessstudio, Schwimmbad, dem riesigen Verpflegungsangebot und dem „cat rack“ (Schul-Shop) gab es viel zu entdecken und so Einiges in Sachen „school identity“ zu lernen. Auch die teils exzessive Nutzung der digitalen Medien überraschte uns doch sehr.

Als Botschafter im Sinne des German-American-Partnership-Programmes für unsere Schule und unser Land unterwegs zu sein, bedeutete auch, Präsentationen über Deutschland, Bayern, Erding und das KAG zu halten. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema „Sportarten“, da unser diesjähriges Projekt im Rahmen des GAPP „European Sports in comparison to American Sports“ lautete. Wir hatten viel Spaß und Freude, den amerikanischen Schülerinnen und Schülern die bayerische Kultur und Sprache, unser Schulsystem und bevorzugte Sportarten näherzubringen und uns im Rahmen dessen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszutauschen. Den hohen Stellenwert der großen amerikanischen Sportarten, wie zum Beispiel American Football, Baseball, Basketball, wurde uns nicht nur bei diesen Gesprächen bewusst, sondern wir konnten ihn auch schließlich hautnah beim Besuch des Footballspiels der Michigan Wolverines erleben. Dieses Team spielt im größten Sportstadion der USA. Auch der Besuch eines Baseballspiels der Detroit Tigers zählt zu den sportlichen Highlights unseres Austausches.

Dass auch der Sportunterricht an der Novi High School komplett anders als in Deutschland abläuft, konnten wir beim Wrestling, Volleyball-, Schwimm-oder Footballtraining erfahren. Beim deutsch-amerikanischen „Fußball-Länderspiel“ der Austauschgruppe hatten wir alle viel Spaß und am Ende freuten wir uns riesig über Medaillen, Urkunden und ein spannendes, torreiches Spiel bei strahlendem
Sonnenschein.

Ein weiteres Highlight der Begegnung war unser gemeinsamer Ausflug zu den Sleeping Bear Dunes am Lake Michigan. Nach einer durchaus schweißtreibenden Dünenwanderung konnten wir schließlich die fantastische Aussicht auf das türkisblaue Wasser des Lake Michigan genießen. Unseren Bärenhunger konnten wir anschließend mit selbstgemachten Spaghetti sowie S’mores am Lagerfeuer stillen. Das coolste Erlebnis dieses Trips war es, eine riesige Düne mit mindestens 60° Steigung hinunterzulaufen – die wir dann aber leider auch mühsam wieder erklimmen mussten!

Dadurch, dass wir nicht im Hotel, sondern in amerikanischen Familien lebten, die uns sofort wie ihre eigenen Kinder behandelten, konnten wir „the American way of life“ hautnah erleben und erfahren. Dazu zählten zum Beispiel der sonntägliche Kirchenbesuch, Ausflüge in Shopping Malls aber auch in überdimensionale Supermärkte sowie unvergessliche Ausflüge unter anderem zu den Niagara-Fällen,
nach Detroit, Frankenmuth, ins Henry-Ford-Museum oder aber auch zu den für das herbstliche Michigan typischen Cider Mills.
So haben wir alle Amerika mit seinen unterschiedlichsten Facetten kennen und lieben gelernt. Daher fiel uns der Abschied von unseren Familien und neu gewonnenen Freunden nach mehr als zwei Wochen sichtlich schwer.

Doch bevor es endgültig zurück nach Erding ging, stand zunächst noch ein stop-over in Chicago auf dem Programm. Direkt nach Ankunft im Hotel machten wir uns auf den Weg, um die von unbeschreiblich großen Wolkenkratzern geprägte Stadt zu erkunden. Wir besuchten unter anderem das Shedd-Aquarium sowie den Millennium-Park und spazierten am Abend über den Navy Pier. Ein ganz besonderes Erlebnis war das morgendliche Jogging bei Sonnenaufgang am Ufer des Lake Michigan. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Willis-Tower, dem zweithöchsten Gebäude der USA. Dort fuhren wir mit dem Aufzug auf das Skydeck, wo wir den gigantischen Blick über die Stadt genossen. Nachdem wir uns bei Portillo’s mit den berühmten Hot Dogs gestärkt hatten, durften wir die Magnificent Mile in Kleingruppen selbstständig erkunden.

Erschöpft stiegen wir schließlich in das Flugzeug ein, das uns wieder zurück in unsere Heimat bringen sollte. Wir sind uns alle einig, dass wir während dieses Austauschprogramms nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessern konnten, sondern auch selbstbewusster und selbstständiger wurden sowie lernten, uns selbst auch manchmal zurückzunehmen, um uns in neue Familien, Klassen und
Freundeskreise zu integrieren. Denn genau dies machte dieses Austauscherlebnis so wertvoll und bereichernd für uns alle! Wir alle freuen uns bereits jetzt schon auf den Rückbesuch der Amerikaner im
Sommer 2018!

Timon Ebner, Ludwig von den Stemmen und Johannes Reithmeier