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„TransAlp“ wird zur „TransBavaria“

Die Covid-19 Pandemie hat auch bei der in diesem Jahr zum fünften Mal geplanten Alpenüberquerung des KAG seine Spuren hinterlassen. Gemäß kultusministerieller Anordnung können von April 2020 bis Januar 2021 mehrtägige Schulfahrten nicht stattfinden. Dies bedeutete für die Alpencrosser des P-Seminars „TransAlp“ die Absage der eigentlichen Tour über den Alpenhauptkamm an den Gardasee. Die einzig mögliche Alternative, wenigstens abschnittsweise outdoor unterwegs zu sein, war eine abgespeckte Version mit vier klassischen Ein-Tages-Touren in Bayern. So wurde aus der Not eine Tugend gemacht und die „TransAlp“ in eine „TransBavaria“ umgewandelt. Es wurden vier Regionen in den bayerischen Bergen angesteuert: das Mangfallgebirge, der Chiemgau, das Karwendel und das Wettersteingebirge mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze.

Die Enttäuschung war bei allen Teilnehmer*innen groß, als die endgültige Nachricht eintraf, alle mehrtägigen Schulfahrten seien bis auf Weiteres nicht möglich. Zum einen war zu diesem Zeitpunkt nicht gewiss, ob überhaupt eine Alternative möglich sein würde, zum anderen war von da an jegliche Planung und Vorbereitung, die schon teilweise in der zehnten Klasse begonnen hatte, hinfällig geworden. Auch einige Partner und Sponsoren hatten bereits ihre Zusage gegeben, mit dem KAG und dem Seminar zusammenzuarbeiten. Dankenswerterweise unterstützten diese das KAG-Projekt dennoch weiterhin finanziell und ideell.

Als dann bei der ersten Tour die Gestalt der herbstlichen Berge über dem Tegernsee zum ersten Mal auftauchte, lag jedwede anfängliche Enttäuschung über die notwendig gewordene Planänderung weit zurück. Spätestens mit dem ersten längeren Anstieg ins Langenautal hinter Kreuth stellte sich auch das ersehnte Gemeinschaftsgefühl ein, das für die Seminarleiter*innen Moni Friedrich und Flori v. d. Stemmen so wichtig ist. Im Chiemgau wurde auf herrlicher Tour und über versteckte Schmugglerwege der Geigelstein umrundet und im Karwendel über das Johannes- und Laliderertal die nach dreijähriger Sanierung wieder eröffnete Falkenhütte erklommen. Die Tour im Karwendel war etwas für härtere Naturen, denn die ersten drei Stunden regnete es durchgehend, was aber auf Seiten der Kursteilnehmer*innen nicht groß zur Kenntnis genommen wurde. Im Gegenteil, die Erfahrung, auch bei sogenanntem „schlechten“ Wetter Teil eines beeindruckenden Bergerlebnisses zu sein, wollte im Nachhinein keiner missen. Retrospektivisch waren sich alle einig, dass Regen, gerade in den Bergen, etwas sehr Schönes sein kann!

Neben der imponierenden „landschaftlichen“ Umgebung, wie sie Quirin Lerch, einer der Kursteilnehmer zu nennen pflegte, war es auch die Geselligkeit, die jegliche Anstrengung und auch manchen Schmerz entlohnte. Dies galt besonders während der letzten Tour um das Wettersteinmassiv, die mit zunehmenden Höhenmetern - beinahe 1900 waren es am Ende - für Einige zäher und schmerzhafter wurde als gedacht. Dafür waren das Abschlussessen in Mittenwald und die gemeinsame Rückreise im Bus umso lustiger. Die KAG-Mountainbiker*innen und ihre Coaches hatten trotz aller widrigen Umstände eine wundervolle Zeit, an die sie sich noch in einigen Jahren mit viel Freude zurückerinnern werden. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Eltern, Partnern und Sponsoren, die trotz allem immer an das Projekt geglaubt und die Beteiligten unterstützt haben.