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„Wie gehen wir mit Tieren um?“ – Online-Podiumsdiskussion für Botschafterschulen

Unter dem Titel „Wie gehen wir mit Tieren um?“ fand am 23. April 2021 eine Online-Podiumsdiskussion für die Botschafterschulen des Europäischen Parlaments mit dem Philosophen und Autor Richard David Precht sowie den Europaabgeordneten Marlene Mortler (DE, EVP) und Tilly Metz (LU, Die Grünen/EFA) statt.

Eine überwiegende Mehrheit der EU-Bürger*innen hält Tierschutz für sehr wichtig und trotzdem wird durchschnittlich 70 kg Fleisch pro Kopf gegessen. In der Diskussion wurden die negativen Auswirkungen des Fleischkonsums auf Umwelt und Klima, das Tierleid während der Aufzucht und Schlachtung in Großbetrieben sowie die Reaktionen der Europäischen Institutionen und die Umsetzung in den Mitgliedsstaaten thematisiert.

Interessierte können sich entweder die vollständige Aufzeichnung des Livestreams oder einen Zusammenschnitt der Highlights anschauen.

Teilnehmerbericht

Zu viele Schlachtungen, zu schlechte Bedingungen und vor allem die Frage: Wie gehen wir mit Tieren um? Genau diese Themen wurden von Marlene Mortler (CSU), Tilly Metz (Die Grünen) und Richard David Precht (Philosoph und Schriftsteller) unter der Moderation von Jonathan Ponchon diskutiert. Bei dieser Themendiskussion wurden auch die Juniorbotschafter*innen aus Deutschland und Luxemburg eingebunden. Sie konnten Eindrücke teilen und Fragen stellen, auf die dann mit den verschiedensten Ansichten geantwortet wurde. Hier agierte Precht als Experte, der philosophisch über Tiere und den Menschen informierte und sich selbst seit 1997 für Tierrechte engagiert. Tilly Metz zeigte ein in Italien entstandenes Video, in dem Tiertransporter für Schafe unter die Lupe genommen wurden. Obwohl die Transportbedingungen als gut galten, hatten die Tiere zu wenig Wasser und Platz. Viele der eingesetzten Fahrzeuge sind jedoch noch viel schlechter für den Tiertransport geeignet, aber können aufgrund der aktuellen Regelungen weiterfahren. Im Anschluss auf diese schlimmen Bilder kam der Hinweis, dass der Mensch als Egoist lebt, da mehr Fleisch produziert wird, als aktuell nötig ist und das, obwohl wir heutzutage schon ohne Probleme ohne Fleisch leben könnten. Auch wurde eine Alternative für Tierfleisch erwähnt, die in Zukunft womöglich nicht unwahrscheinlich erscheint. Hier werden den Tieren Muskelstammzellen entnommen und aus diesen künstliches, beziehungsweise „kultiviertes“ Fleisch hergestellt, ohne dass die Tiere leiden müssen. Am Ende dieser gesamten Diskussion überlegt man doch zweimal, ob man sich nicht doch einmal die tägliche Leberkässemmel verkneift und stattdessen etwas Gesünderes und dem Tier Wohltuenderes isst.

Simon Kehm, Q11, Juniorbotschafter